Astrologie Blog

Teil 4 unserer Serie zum Thema Heilkräuterkunde und Astrologie: Der Frauenmantel und die Venus
Kräuterserie

Teil 4 unserer Serie zum Thema Heilkräuterkunde und Astrologie: Der Frauenmantel und die Venus

von Anita Conrad, Diplom-Biologin und Astrologin

Aussehen

Venuspflanzen zeigen sich lieblich und zart und haben oft duftende Blüten. Meistens begegnen wir dabei Frauenkräutern, also Kräutern, die bei Menstruations- oder Wechseljahresbeschwerden oder auch bei Schwangerschaft und Geburt verwendet werden. Der Frauenmantel erfüllt fast alle diese Eigenschaften, verfügt er doch über ein wunderschönes Blatt, gefaltet wie eine Schale mit einem fein gesägten Rand. Das Besondere an ihm: Jeden Morgen glänzt ein klarer Tautropfen wie eine Perle in seiner Mitte! Die Blüte des Frauenmantels erscheint im Gegensatz zum anmutig geformten Blatt eher unscheinbar, und doch ist der Frauenmantel ein Rosengewächs. Seine Blüten sind sehr klein und gelbgrün gefärbt. Sie duften zwar süß, aber auch leicht muffig.

Geschichte

Die Alchemisten im Mittelalter nannten diese Tautropfen „Himmelswasser“ und sammelten sie morgens bei Sonnenaufgang ein. Diese Tropfen verwendeten sie dann angeblich zur Herstellung des Steins der Weisen. Der lateinische Gattungsname Alchemilla weist dabei auf die Liebe der Alchemisten zu dieser Pflanze hin (1).

Der Frauenmantel ist ein Kraut, das schon immer als den Frauen zugehörig galt: So sahen die Kräuterkundigen in ihm auch schon immer die Kraft der Venus, erkennbar an den grünlichen duftenden Blüten, die die Farbe des Planeten tragen, sowie an der anmutigen Gestalt der Blätter. Bei den Germanen war sie eine Pflanze der Göttin Freya, ehe sie nach der Christianisierung eine Pflanze Marias wurde. Daher rührt auch der Name Marienmantel oder „Liebfrauen mantel“ (1).

Als Heilpflanze wurde sie zumindest in der Volksmedizin gegen gynäkologische Störungen aller Art eingesetzt. Die Schulmedizin hält Frauenmantel dagegen für unwirksam (1,2).

Anwendung

Nachgewiesen sind im Frauenmantel hauptsächlich Bitter- und Gerbstoffe, wenig ätherisches Öl und Flavonoide. Verwendet wird Alchemilla vulgaris oder auch Alchemilla alpina, der Silbermantel, der im Gebirge wächst − die Zierstauden Alchemilla mollis, Alchemilla hoppeana und Alchemilla hybrida, die man aus dem Blumenbeet im Garten kennt, dagegen nicht. Vorzufinden ist Alchemilla vulgaris z.B. auf feuchten Wiesen und Weiden sowie an Bachläufen.

Gesammelt werden die Blätter vom Frühjahr bis zum Juli. Sammeln Sie sie am besten, wenn der Morgentau oder die Wasserperlen in der Mitte der Blätter abgetrocknet sind, und trocknen Sie sie dann im Schatten. Daraus entsteht ein Tee, der innerlich bei Beschwerden der Wechseljahre, gegen zu starke Monatsblutungen, bei Magen- und Darmbeschwerden und auch bei Husten wirkt. Außerdem ist Frauenmantel gelegentlich Bestandteil von Blutreinigungstees, vor allem zur Beseitigung von Hautunreinheiten bei jungen Mädchen. Dann mischt man ihn zu gleichen Teilen mit Stiefmütterchen. Andere Anwendungsgebiete des Tees sind eiternde Wunden, entzündete Augen und nässende Ekzeme, man kann den Mund bei entzündeten Schleimhäuten spülen oder bei Halsweh gurgeln.

Interessanterweise gilt Frauenmantel auch als altes Schönheitsmittel zur Straffung des Busens. Hierfür wurden zerquetschte Blätter aufgelegt oder Kompressen mit dem Tee gemacht. Ebenso erlangte der Tee Bedeutung als Gesichtswasser bei Sommersprossen und großen Poren (2). Frauenmantel besticht durch vielseitige Einsetzbarkeit und ist nicht nur für Frauen interessant. Nur eines kann man bedauerlicherweise nicht mit ihm machen: Man kann ihn nicht essen!

Rezept

Frauenmanteltee zur innerlichen oder äußeren Anwendung wird folgendermaßen zubereitet:

einen schwach gehäuften Esslöffel Frauenmantelkraut mit einem Viertelliter Wasser übergießen und bis zum Sieden erhitzen. Dann an einem warmen Ort 10-15 Minuten ziehen lassen und abseihen. Bei innerlicher Anwendung ein bis drei Tassen täglich trinken (2).

Quellen

(1) Susanne Fischer-Rizzi: Medizin der Erde

(2) Apotheker M. Pahlow: Das große Buch der Heilpflanzen


Lesen Sie jetzt:

Möchten Sie jeden Monat astrologische Inspirationen erhalten? Melden Sie sich zum Newsletter an.

Bitte JavaScript aktivieren, um das Formular zu senden